Der andere ist nicht das Problem. Er ist nur der Auslöser.
Es gibt Situationen, in denen uns scheinbar Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Blick, ein Wort oder eine Geste reichen, und wir fühlen uns verletzt, verunsichert oder abgelehnt.
Die zentrale Frage lautet dann nicht: „Was hat der andere getan?“
Sondern: „Was hat das in mir berührt?“
Denn: 👉 Was mich trifft, betrifft mich.
Ganz, ganz oft ist der andere gar nicht das Problem, sondern nur ein Auslöser. Wenn uns etwas von außen emotional trifft, dann ist das selten die wahre Ursache. Viel wahrscheinlicher ist, dass ein innerer – meistens eins wunder – Punkt berührt wurde, den wir vielleicht lange nicht angeschaut haben oder dessen wir uns noch gar nicht bewusst waren. Ein Zweifel. Ein alter Schmerz. Eine tiefe Unsicherheit. Ein negativer Glaubenssatz.
Und genau hier liegt die mentale Kraft des Satzes „Was mich trifft, betrifft mich.“ Er lenkt die Aufmerksamkeit weg vom Außen und hin zu mir selbst. Nicht, um Schuld zu suchen, sondern um Klarheit zu gewinnen. Um bei mir zu sein und zu bleiben.
Denn was uns trifft, zeigt uns auch, wo wir noch berührbar sind.
Oft laufen solche Prozesse blitzschnell ab. Jemand sagt etwas, und schon sind wir in einem Strudel aus Gedanken, Bewertungen und Emotionen. Doch anstatt automatisch zu reagieren, können wir lernen, innezuhalten. Einmal tief durchzuatmen kann schon sehr hilfreich sein, um den Punkt zu erkennen, in dem wir „getroffen“ wurden.
Mentale Achtsamkeit bedeutet: Erstmal Hinschauen statt Reagieren!
Diese Form der mentalen Achtsamkeit ist ein wichtiger Schritt zu innerer Ruhe und zur Ehrlichkeit zu uns selbst. Und dabei kann unser Hund sogar helfen, denn Hunde spiegeln es oft, wenn wir innerlich nicht klar sind. Sie reagieren auf unsere Körpersprache und vor allem auf unsere Stimmung. In ihrer Begleitung wird oft sichtbar, was in uns selbst noch in Bewegung ist:
🔸 Ein aufgewühlter Hund? Vielleicht zeigt er uns, dass auch in uns gerade etwas in Aufruhr ist.
🔸 Ein unsicherer Hund? Vielleicht spiegelt er unsere eigene Unsicherheit im Moment.
🔸 Ein distanzierter Hund? Vielleicht sind wir gerade auch auf Distanz aus?
Doch statt uns dafür zu verurteilen, dürfen wir lernen, dass das nur ein Hinweis sein kann. Kein Fehler, kein Versagen, sondern eine Einladung zu einem Blick nach Innen. Wir sollten viel häufiger die anderen ausblenden und die Energie dafür einsetzen, uns selbst bewusster wahrzunehmen. Schluss mit Interpretationen und hin zu mehr Achtsamkeit mit uns selbst.
In meinen Trainingseinheiten und Veranstaltungen geht es deshalb nicht nur um Übungen und Trainingsimpulse. Es geht auch um den Raum dazwischen:
💜 Den Moment des Innehaltens:
💜 Den tiefen Atemzug vor einer Reaktion.
💜 Den Blick nach innen.
💜 Die Haltung, mit der wir uns selbst und unserem Hund begegnen.
💜 Akzeptanz.
Ich arbeite mit Menschen und Hunden, die oft viel leisten und tragen. Die sensibel sind für ihre Umgebung. Die viel wahrnehmen und aufnehmen. Die getroffen und verunsichert werden können.
Weil sie diese wertvollen Eigenschaften in sich tragen, sind sie aber auch offen für Veränderung, vor allem wenn sie beginnt mit einem klaren:
„Ich übernehme die Verantwortung nur für mein Inneres.“
✨ Mentale Übung zum Wochenstart:
🔹 Wenn dich heute etwas trifft – atme erstmal tief durch.
🔹 Frage dich: Was hat es in mir berührt?
🔹 Und dann: Sei freundlich mit dir.
Denn was dich trifft, zeigt dir nicht deine Schwäche, sondern deine Tiefe.