Wie bewusste Berührung das Nervensystem von Mensch & Hund beruhigt.
Im Alltag berühren wir unsere Hunde ganz selbstverständlich: ein kurzer Streichler zwischendurch, ein sanftes Ohrkraulen, ein wohliges Zusammenkuscheln auf dem Sofa.
Doch manchmal lohnt es sich, innezuhalten und die Berührung ganz bewusst zur mentalen Regulation zu nutzen. Für deinen Hund. Und für dich selbst. Denn Streicheln und Massagen sind viel mehr als nur Zuwendung – sie sind Regulationshilfe, Stresslösung und Beziehungsarbeit in einem.
Der Tastsinn als Schlüssel zur Entspannung
Die Haut ist eines unserer wichtigsten Sinnesorgane – auch beim Hund. Über sie nehmen wir nicht nur Berührung wahr, sondern senden auch Signale:
🌿 „Du bist sicher.“
🌿 „Ich bin ganz bei dir.“
🌿 „Alles ist gut.“
Wenn eine Berührung langsam, bewusst und zugewandt erfolgt, aktiviert sie direkt das parasympathische Nervensystem, also den Teil des Nervensystems, der für Entspannung, Heilung und Regeneration zuständig ist.
Oxytocin – das Hormon der Verbundenheit
Sanfte Streichelmassagen lassen das Hormon Oxytocin ansteigen, sowohl beim Hund als auch beim Menschen. Man nennt es auch gerne das „Kuschelhormon“. Oxytocin wirkt wie ein Gegenspieler zum Stresshormon Cortisol. Es senkt den Puls, entspannt die Muskulatur, beruhigt den Geist und stärkt gleichzeitig die emotionale Bindung.
Das bedeutet: Bewusste Berührung kann ein mentales Werkzeug sein.
Sie beruhigt ein aufgewühltes Nervensystem, schafft innere Sicherheit – und kann helfen, aus einer Übererregung oder Erstarrung sanft herauszufinden. Das ist für feinfühlige Hunde (und Menschen) besonders wertvoll!
Gerade sensible Hunde – ebenso wie sensible Menschen – verarbeiten nämlich Reize intensiver. Das Nervensystem ist häufig in höherer Alarmbereitschaft und kleine Auslöser genügen, um Stress auszulösen. Eine Streichelmassage kann hier helfen, das System wieder herunterzufahren. Und sie wirkt nachhaltiger, wenn sie regelmäßig in den Alltag integriert wird. Wenn du deinen Hund bewusst und achtsam streichelst, schenkst du nicht nur Nähe. Du stärkst seine emotionale Resilienz.
Und auch du selbst profitierst, denn deine Atmung verlangsamt sich, dein Nervensystem reguliert sich mit. Deine Hände werden zu einem Werkzeug der Achtsamkeit. Und dein Geist findet Ruhe im Moment. Und ein weiterer schöner Nebeneffekt: Tiere streicheln stärkt das Immunsystem.
In meinen Kursen und Angeboten zur Entschleunigung ist genau das ein wiederkehrendes Element: Achtsame Berührung als stilles mentales Training.
Das ist eine einfache, aber tief wirkende Möglichkeit, das Nervensystem zu beruhigen und die Verbindung zwischen dir und deinem Hund zu stärken. Eine Streichelmassage braucht keine Technik. Kein Vorwissen. Nur Zeit. Und das ehrliche Bedürfnis, deinem Hund etwas Gutes zu tun – und dabei selbst zur Ruhe zu kommen.
Vielleicht nimmst du dir heute einen Moment dafür? 💚
Und wenn Du das vertiefen möchtest, dann nimm doch gerne an dem Workshop „Isometrisches Training & Massage am Hund“ teil. Den biete ich das nächste Mal am 03.08.2025 an. Ich freu‘ mich. <Hier> geht’s zur Ausschreibung.
